Blog Lourdes 2008

Aktuelles zum Jubiläum

Auszug aus der Predigt von Bischof Bonfils in der Osternacht

Pater Barzen OMI, 23 März 2008

Christus ist auferstanden. Das Leben hat den Tod besiegt. Die Liebe siegt über den Hass, die Wahrheit über die Lüge, die Freude über die Traurigkeit. All das geschieht durch Christus. Durch Taufe und Firmung sind wir in diese Wirklichkeit eingetreten. Sie wurde uns geschenkt, damit wir Frucht bringen und wir unseren Schwestern und Brüdern in der heutigen Welt Zeugnis davon ablegen. Jedes Mal, wenn ein Christ in der Kenntnis und in der Liebe des auferstandenen Christus Fortschritte macht und die Liebe übt, siegt das Leben über den Tod, weichen die Mächte des Bösen, und das Reich des auferstandenen Christus breitet sich aus.

Auszüge aus der Predigt von Bischof Bonfils am Gründonnerstag

Pater Barzen OMI, 21 März 2008

“Die Nacht, in der er verraten wurde…” Wir sind heute Abend versammelt, um dieser Nacht zu gedenken. Christus schenkt sich heute Abend in seinem Leib und seinem Blut, um unser christliches Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu nähren.

Die Eucharistie ist die Nahrung unseres Glaubens. Der Gehorsam des Glaubens führt uns zum auferstandenen Christus, der wahrhaft gegenwärtig ist und in der Eucharistie lebt und wirkt für die Kirche und jeden von uns.

Die Eucharistie nährt unsere Hoffnung. Sie bestätigt gewissermaßen, was wir durch den Glauben empfangen haben, nämlich die wirkliche Anwesenheit mitten unter uns von jenem, den wir noch nicht sehen, aber zu dem hin wir gehen, der auferstandene Christus.

Die Eucharistie verstärkt in uns die Liebe. Gott ist die Liebe, und wenn er uns seinen Sohn in der Eucharistie schenkt, schenkt er uns seine Liebe. Eine Liebe, die uns mit allen Christen verbindet, um mit ihnen einen Leib zu bilden, den Leib Christi.

Glaube, Hoffnung und Liebe wurden uns bei der Taufe geschenkt, und die Eucharistie hält sie in uns aufrecht. Diese drei Tugenden helfen uns nicht nur, das Gute zu tun, sondern aus Gott heraus zu leben, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

 

Vortrag von P. Nicholas King SJ beim Helfertreffen

Pater Barzen OMI, 23 Februar 2008

Ehrenamt im Licht des Evangeliums und der Erfahrung von Lourdes.

Nicholas King sj, Hospitalier von Unserer Lieben Frau von Lourdes

Einführung: Geschichte eines Brancardiers

Als ich zum ersten Mal nach Lourdes kam, habe ich geschworen, niemals wieder hierher zu kommen. Es war im Sommer 1963, ich war zu dieser Zeit 16 oder 17 Jahre und wohnte bei einer französischen Familie in der Nähe von Lourdes. Wir waren nur für einen Tag nach Lourdes gekommen, es war, glaube ich, Mariä Himmelfahrt.

Sicher ist, dass die Stadt voll von Menschen war und das, was mir besonders auffiel, waren zwei Dinge: der Aberglaube und die Profitgier, die in Lourdes zu jeder Zeit allgegenwärtig waren. Deswegen hatte ich mir fest vorgenommen, nie wieder hierher zu kommen. Aber ein Jahr später organisierte die Schule, die ich besuchte (das englische Jesuitengymnasium von Stonyhurst) ihre eigene Pilgerfahrt. Aus persönlichen Gründen, die ich heute noch nicht verstehen kann, habe ich gewusst, dass ich mitfahren musste und ich habe meine Sparbüchse geleert, um die ungeheure Summe (wenn ich mich richtig erinnere) von 27 Pfund und zehn Schilling (vielleicht 40€) zu bezahlen. Ich habe damals gedacht, es sei gut ausgegebenes Geld. Und diese Reise hat meine Begeisterung geweckt und diese Begeisterung ist geblieben. Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits ist mir klar geworden, dass ich mehr empfing als ich selber gab, als ich mich um die Kranken kümmerte, die in der Krankenherberge Sept-Douleurs untergebracht waren. Andererseits habe ich bei meinen spätabendlichen Besuchen in der Grotte die Überzeugung gewonnen, dass dort eine Gegenwart herrschte, die über meinen Verstand ging und deren Existenz ich nicht verleugnen konnte. Seit dieser Zeit war für mich diese Gegenwart wie eine Kraft, die mich dazu ermutigt hat, wiederzukommen, auch während der vielen Jahre, die ich in Afrika verbracht habe, als es für mich unmöglich war, hinzufahren. Später, nachdem ich das Gymnasium verlassen hatte, bin ich auf die Universität gegangen und ich habe diese unvermeidliche Phase von Atheismus und Misstrauen der Kirche gegenüber erlebt. Zu dieser Zeit hatte ich mir schon zur Gewohnheit gemacht, jedes Jahr nach Lourdes zu kommen und konnte meine zwei vorhin erwähnten Erkenntnisse nicht loswerden. Und heute bin ich hier. Was sind die Werte des Evangeliums, die in Lourdes lebendig werden und in welchem Zusammenhang stehen sie mit dem”ehrenamtlichen Dienst”, dem “Freiwilligendienst” und dem “freien Beitrag”?

Ich möchte hier sechs grundsätzliche, in den Evangelien hervorgehobene Punkte unterstreichen. Der Sechste ist auch wichtig, obwohl er nicht im Mittelpunkt steht.

- Jesus als Gott unter uns

- Jesus als “Herr”

- Jesus ist wirklich gestorben und von den Toten auferstanden

- Jesus begegnen wir in denjenigen, denen wir dienen

- Jesus als Diener, der sein Leben gegeben hat

- Und Maria, was ist mit ihr?

1. Keine andere Hand als Ihre

Man erzählt die Geschichte eines italienischen Dorfes, das während des zweiten Weltkrieges von einer Bombe getroffen wurde. Am schwersten beschädigt wurde die Statue von Unserer Lieben Frau, der das Dorf vor Jahrhunderten geweiht wurde. Die Einwohner beschlossen, sie wieder herzustellen. Es gelang ihnen, genug Material aus den Ruinen zu bekommen, um die ganze Statue zu restaurieren. Es fehlten nur die Hände; Die Statue wurde so gelassen und auf dem Sockel wurde geschrieben: “Voi sarete le mie mane” (”Sie werden meine Hände sein”). Es ist ein sinnvolles Motto für die Menschen, die nach Lourdes kommen. Denn es ist sehr schwierig, von Jesus als Mensch gewordenem Gott zu sprechen (wie wir es zu leicht machen). Einer meiner früheren Lehrer sagte gern: “Wenn Sie wissen wollen, wie Gott aussieht, schauen Sie Jesus an”. Das ist sicherlich nicht falsch. Aber das ist schwierig, denn Gott ist unsichtbar und man kann ihn nicht begreifen. Und Jesus ist physisch auch nicht da. Wir brauchen also einen Gott “aus Fleisch und Blut”. Dieses Bedürfnis wird sowohl in Lourdes als auch nach unserer Heimkehr im Umgang mit anderen Menschen (wenn man sich bemüht) erfüllt. In Lourdes entdecken wir mit Freude, dass es möglich ist, diesem Gott zu begegnen, der uns freiwillig und kostenlos hilft und zwar in der Person dieser ganz normalen und nicht perfekten Menschen.

Diese wichtige Erfahrung ist in dem wunderschönen Satz aus dem Evangelium nach Johannes gut ausgedrückt: “Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt”. Der Gott, den wir in Lourdes erkennen, führt ein unsicheres, schwieriges Leben, das Leben eines Pilgers.

Johannes 1,1-18

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“
Wir könnten auch über die letzten Worte des Matthäusevangeliums nachsinnen. Es ist die Zusammenfassung dieses wunderbaren Evangeliums über denjenigen, der “Emmanuel - Gott mit uns” ist, und dessen letzte Worte lauten: “Ich bin bei euch alle Tage”.

Matthäus 28,16-20

„Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Bemerkenswert ist, dass diese Worte für die “Elf” bestimmt sind, anders gesagt für die Gruppe, die wegen der Treulosigkeit eines Menschen reduziert ist. Bemerkenswert ist auch, dass der Evangelist schreibt, dass sie “vor ihm niederfielen und einige Zweifel hatten”. Es handelt sich hier um eine wichtige Erfahrung, um die Begegnung nicht perfekter Menschen mit diesem “Gott aus Fleisch und Blut”. Und das kann man auch in Lourdes erleben. Es geschieht außerdem auf einem “Berg”, einem im Matthäusevangelium sehr wichtigen Ort. Von den Bergen, von denen ja auch Lourdes umgeben ist, sind wir gesandt, um aus Nichtgläubigen, Nachbarn oder Kollegen, Jünger zu machen.

2. Jesus als “Herr”

Die Bezeichnung” Herr” ist aus zwei Gründen subversiv. Das entsprechende griechische Wort Kyrios, das wir noch verwenden, wenn wir Kyrie Eleison singen, klingt für uns einfach und selbstverständlich. Es ist jedoch der Titel, den die griechischsprachigen Juden im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung verwendeten, um das Tetragramm YHWH, den heiligen Namen Gottes, zu übersetzen, den keiner aussprechen darf. Die Christen hatten festgestellt, dass sie Gott diesen Titel geben sollten, wenn sie ihrer Erfahrung mit Gott gerecht werden wollten. Und daher entstanden unvermeidliche Spannungen mit den Juden, von denen sie abstammten. Wie alle gläubigen Juden beteten sie dreimal am Tag das “Schma” (”Der Herr unser Gott ist einzig”) und, indem sie diesen Titel auf Jesus erweiterten, hatten sie eine sehr subversive Initiative ergriffen.

Diese Initiative war auch aus einem anderen Grund subversiv, denn in diesem ersten Jahrhundert gönnten sich die römischen Kaiser den Titel “Herr”. Sie haben es sehr schnell erlaubt, dass ihnen zu Ehren Tempel gebaut wurden, so dass sie in kurzer Zeit zu Göttern wurden. Und dann kommen diese Christen, die keine so alte Religion wie die der Juden haben, sondern nur eine moderne Sekte sind, die von nichts abstammte und außerdem felsenfest glauben, dass dieser Verbrecher, der gekreuzigt wurde, auch “Kyrios/ Herr” ist.

So waren Probleme mit beiden Seiten, der römischen und der jüdischen, unvermeidlich.

Und was ist mit Lourdes? Für mich versinnbildlicht die eucharistische Prozession am besten diesen Titel “Herr”, der Jesus zugesprochen wird: Jesus steht im Mittelpunkt, er wird inmitten der Menschen getragen, gerade dort, wo er während seines Lebens und seines Dienstes wahrscheinlich am glücklichsten war. Sie können auch feststellen, dass die Prozession subversiv ist: Denn wer geht ganz vorne? Weder die Diakone, die Priester, die Bischöfe oder die Kardinäle, sondern die Kranken, die Behinderten, die Leidenden, all diejenigen, die die Welt als unwichtig betrachtet.

Es hat sich übrigens einiges in Lourdes geändert. Die Älteren unter Ihnen erinnern sich noch an den Mann mit dem schwarzen Stab, der sich bei jeder Prozession vergewisserte, dass sie jeden Tag ganz genau am gleichen Ort begann und endete, der dafür sorgte, dass jeder bis zu den Marienkindern seinen Platz kannte. Einige erinnern sich auch noch an den rauschenden Lautsprecher, der sagte: “So ist die Reihenfolge in der Prozession”. Heute verläuft die Prozession nicht mehr in so strenger Ordnung und die Menschen kennen ihren Platz nicht, aber es ist ganz deutlich, dass Jesus der “Herr” ist.

Und wer nimmt in der Prozession den am wenigsten wichtigen Platz ein? Die wohlhabenden und gesunden Menschen, die bezahlen, um die Ehre zu haben, hier arbeiten zu dürfen und genau an ihrem Platz bleiben sollen. Dieser Jesus zugesprochene Titel “Herr” ist ein vollkommen subversives Phänomen.

Hören wir jetzt zwei Texte, die dieses Argument begründen; wir könnten sie so nennen: “Jesus hat schlechten Umgang”.

Markus 2,16-17

„Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?

Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“

Lukas 15,1-2

„Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören.

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.“

Der zweite Text nach Lukas ist eine Einführung in drei seiner bekanntesten Geschichten, die diesen Jesus zugesprochenen subversiven Titel “Herr” veranschaulichen: die Geschichte “vom verlorenen Schaf”, die “von der verlorenen Drachme” und die “vom verlorenen Sohn” im 15. Kapitel des Evangeliums. Die Grundidee dieser drei Geschichten ist, dass etwas verloren und wieder gefunden wurde und dass es sich lohnt, sich darüber zu freuen. Das haben wir alle in Lourdes im Laufe der Jahre als eine unverdiente Gabe Gottes erlebt. Das haben wir in unserem eigenen Leben und im Sakrament der Versöhnung erlebt. Aus diesem Grunde bezahlen Leute, um die Ehre zu haben, Jahr für Jahr hier zu arbeiten.

3. Jesus ist gestorben und auferstanden

Im Mittelpunkt des Evangeliums steht, wie Paulus uns daran erinnert, “die Nachricht, die zu schön ist, um wahr zu sein” und zwar, dass Jesus gestorben und von den Toten auferstanden ist oder, besser gesagt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Hier, in Lourdes, bekommen wir eine kleine Ahnung von dieser Macht Gottes, das Leben zu schenken. Nicht (wie viele aufgeregte Journalisten, naive Touristen oder hiesige Skeptiker es denken), weil wir Wunderheilungen erleben oder erfinden, sondern weil in Lourdes ein Gefühl der Lebenskraft spürbar ist, die Krankheit und Schmerzen besser zu ertragen hilft. Die “Kranken”, wie wir sie manchmal zu schnell nennen, sind insbesondere die “zerbrechlichen Gefäße” (2. Korintherbrief 4,7), die in sich den Schatz der Lebenskraft Gottes tragen. Das haben wir alle in Lourdes erlebt. Alle diejenigen, die nach Lourdes kommen, auch die Kranken, die geheilt wurden, werden eines Tages sterben.

Aber Lourdes besitzt etwas Besonderes, das den Tod anders sehen lässt. Hier haben wir, stelle ich mir vor, alle am Bett von Sterbenden gesessen und es ist ein Erlebnis ohnegleichen. Der Tod wird natürlich als schmerzlich aber auch als ein Freund empfunden und wir sind tief in uns sicher, dass der Tod, sei er hier oder woanders, nicht das Ende ist. In Lourdes werden wir uns des Sieges der Liebe über den Tod bewusst. Und dieses wunderbare Bewusstwerden führt uns dazu, Jahr für Jahr wieder hierher zu kommen in der Gewissheit, dass wir, indem wir unseren Dienst tun, viel mehr empfangen als wir je geben könnten. Wenn wir das anerkannt haben, fühlen wir uns im Gleichklang mit den ersten Christen, für die die unglaubliche Nachricht der Auferstehung und alles was folgte, den Kern ihres Glaubens bildeten.

1 Korinther 15,1-8

Mit folgenden Worten hat Paulus die Christen, die miteinander gestritten haben, an diese wichtige Wahrheit erinnert.

„Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht.

Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als Letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der «Missgeburt».“

4. Die Begegnung mit Jesus in denjenigen, denen wir dienen

Folgendes ist schwer zu erklären, wenn man es nicht selber erlebt hat, aber es ist etwas, das die Eltern wissen. Indem sie sich den Bedürfnissen und Forderungen ihrer tyrannischen Kinder beugen, lernen sie sich selber kennen. Nicht Selbstzerstörung, sondern Hingabe und Selbstaufopferung drängen sie dazu, unterbrochene Nächte, Schreie und Krisen, Putzen und (manchmal) den Undank zu ertragen. Das Ganze ist dieser Macht zu verdanken, die wir manchmal leichtsinnig “Liebe” nennen.

Dieser Gedanke wird auch teilweise bei Matthäus deutlich, als Jesus im Gleichnis von den Schafen und den Böcken von den Diensten spricht, die den Hungrigen, Durstigen, Kranken, Kleiderlosen, Eingesperrten und Obdachlosen geleistet werden, als würden diese Dienste ihm selber geleistet. Und ich gehe jede Wette ein, dass jeder von uns so etwas in Lourdes erlebt hat: Das erfreuliche Bewusstwerden, dass die Erledigung schwieriger oder unangenehmer Aufgaben für unsere Gäste und Herren hier in Lourdes, trotz unserer Ungeschicklichkeit, erstaunlicherweise eine echte Begegnung mit Jesus ist. Und es wäre einfach unverschämt, für eine solche Ehre um eine Entlohnung zu bitten. Das ist eben, was wir mit dem Wort “Freiwilligendienst” meinen.

Es fällt uns schwer, darüber zu sprechen, wir können es nur erleben oder andeuten. Aber wir können es in unserem Gebet erwähnen.

Wir können tun, wozu uns Ignatius von Loyola in seinen Geistlichen Übungen einlädt, während wir über die Geburt Jesu meditieren (Geistliche Übungen 104, 114):

104: „Vor dem Gebet frage ich mich, was ich möchte. Bei diesem Nachsinnen bitte ich um die enge Kenntnis des Herrn, der für mich Mensch geworden ist, damit ich ihn mit mehr Inbrust lieben und ihm mit mehr Treue folgen kann…“

114: „Der Hauptpunkt ist, dass ich die Personen sehen werde: Unsere Liebe Frau, Joseph, die Dienerin und das Jesuskind, als es geboren wird. Ich werde vor ihnen stehen wie ein kleiner Bettler und wie ein kleiner Sklave, der es nicht wert ist, vor ihnen zu erscheinen. Ich werde sie ansehen, betrachten, ich werde ihnen eilfertig und respektvoll dienen, als wäre ich wirklich anwesend. Dann werde ich innig darüber nachdenken, um daraus Nutzen zu ziehen.“

Indem wir so unsere Einbildungskraft benutzen, können wir die Dienste, die wir unseren kranken Pilgern leisten, in eine gebetsreiche Begegnung mit Christus umwandeln. Wir könnten auch zum Beispiel auf der Grundlage eines Textes aus den Evangelien wie diesem beten:

Matthäus 25,31-46

„Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“

5. Jesus der Diener

Ich möchte mich heute mit einem Wert des Evangeliums näher befassen, nämlich dem Wert des Dienstes. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass im Markusevangelium die Jünger Jesu nicht sehr klug sind. Im Markusevangelium 10, 35-45 erfahren wir, dass sich Jakobus und Johannes besonders schlecht benommen haben, indem sie als Erste behandelt werden wollten und fragten, ob sie die besten Plätze im Gottesreich haben könnten. Aber Jesus erklärte ihnen: “Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.”

Menschen, die zu Hause ehrgeizig und machthungrig sind, und auch kompetente und energische Menschen, die sich in ihrem Bereich ausgezeichnet haben, entdecken in Lourdes diese überwältigende Wahrheit: Indem sie sich dem anspruchsvollen Dienst an denjenigen widmen, die die Welt für unwichtig hält, lernen sie sich selbst kennen.

Und warum entscheiden sich diese Menschen für diese Arbeit? Aus einem einfachen Grund: Liebe hat keinen Preis; sie steht über jedem Preis.

Als Paulus von der bedingungslosen Liebe Gottes zu den Menschen spricht, benutzt er ein für uns vielleicht zu wenig beachtetes Wort, das für ihn aber sehr viel bedeutet und in unserem Leben aufgewertet werden sollte, das Wort “Gnade”: die völlig bedingungslose Gottesliebe, die auch subversiv ist, da sie nie von der Frage abhängt: “Ist dieser Mensch meiner Liebe würdig?” Sie beruht auf Menschenliebe und schaut dann, was geschieht.

Jesaja 55,1-2

„Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung! Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen.“

Markus 10,32-45

„Während sie auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

6. Und Maria?

Und was ist mit Bernadette Soubirous, die eine Erscheinung dort an der Grotte von Massabielle gesehen hat? Und was ist mit der Frau, die sie, ihrem Bericht nach, gesehen hat?

Vielleicht denken Sie, dass ich schon damit hätte anfangen sollen, über die Mutter Gottes zu sprechen; aber sie steht nicht im Mittelpunkt der Botschaft der Evangelien. Es gibt dennoch für uns, die ehrenamtlichen Helfer in Lourdes, drei Phasen in denen Maria uns hilft. Bei der Verkündigung des Herrn sagt der Engel zu ihr, dass sie die Mutter des Messias sein wird und er begrüßt sie mit folgenden Worten: “Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir!” Es bedeutet, dass Maria “von der Gnade berührt wird” oder, dass sie “bedingungslos geliebt wird”. Wenn wir wie Maria eine solche Erfahrung der bedingungslosen Liebe erlebt haben, und wenn wir verstehen, was das bedeutet, dann können wir darin als ehrenamtliche Helfer einen Sinn finden: Wir wissen, dass wir alles von Gott geschenkt bekommen haben, und indem wir unseren Dienst tun, haben wir die Möglichkeit, diese “Geschenkte” zurückzugeben. Im Lukasevangelium zeigt uns Maria zweimal, was wir machen können; einmal nach dem Besuch der Hirten: “Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach” (Lukas 2,19); und ein zweites Mal, als Jesus als Jugendlicher seine Unabhängigkeit gefordert hat: “Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen” (Lukas 2,51b). Am Ende wirkt die diskrete Gegenwart Mariä beruhigend in wichtigen Momenten. Sie steht am Fuße des Kreuzes ihres Sohnes (manchmal ist es das Einzige, das wir machen können, wenn wir großen Schmerzen gegenüberstehen). So berichtet das Johannesevangelium:

Johannes 19,26-27

„Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“

Später ist Maria bei den Jüngern, als sie im Gebet auf das Herabkommen des Heiligen Geistes warten, der ihnen die Fähigkeit geben wird, voll und ganz ihren Dienst zu tun:

Apostelgeschichte 1,13-14: „Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.“

Als Maria diese außergewöhnliche Rolle angetragen wird, fragt sie sich nicht: “Das ist ja schön, aber wie viel wird es kosten? Was werde ich verdienen?” Sie kam, genauso wenig wie Bernadette, auf die Idee, dass sie damit Geld verdienen könnte. Aus diesem Grund steht für uns in Lourdes der Freiwilligendienst im Mittelpunkt.

Lukas 1,26-38:

„Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.″

Botschaft zum Welttag der Kranken

Pater Barzen OMI, 5 Februar 2008

BOTSCHAFT VON BENEDIKT XVI.
ANLÄSSLICH DES XVI. WELTTAGES DER KRANKEN

 

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Am 11. Februar, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes, wird der Welttag der Kranken begangen – ein guter Anlaß, um über den Sinn des Schmerzes nachzudenken sowie über die christliche Pflicht, ihn in jeder Situation, in der er auftritt, mitzutragen. In diesem Jahr ist dieser bedeutsame Tag mit zwei für das Leben der Kirche wichtigen Ereignissen verbunden, wie bereits aus dem gewählten Thema »Die Eucharistie, Lourdes und die Krankenseelsorge« hervorgeht: mit dem 150. Jahrestag der Erscheinungen der Unbefleckten Jungfrau Maria in Lourdes und der Feier des Internationalen Eucharistischen Kongresses in Québec in Kanada. Auf diese Weise bietet sich eine einzigartige Gelegenheit, über die enge Verbindung nachzudenken, die zwischen dem eucharistischen Geheimnis, der Rolle Marias im Heilsplan und der Realität des Schmerzes und des Leidens des Menschen besteht.

Der 150. Jahrestag der Erscheinungen von Lourdes lädt uns ein, den Blick auf die allerseligste Jungfrau zu richten, deren Unbefleckte Empfängnis das erhabene und ungeschuldete Geschenk Gottes an eine Frau darstellt, auf daß sie voll und ganz dem göttlichen Plan zustimmen konnte, in festem und unerschütterlichem Glauben, trotz der Prüfungen und Leiden, denen sie begegnen sollte. Daher ist Maria das Vorbild völliger Hingabe an den Willen Gottes: Sie hat das ewige Wort im Herzen aufgenommen und es in ihrem jungfräulichen Schoß empfangen; sie hat Gott vertraut und hat – die Seele durchdrungen vom Schwert des Schmerzes (vgl. Lk 2,35) – nicht gezögert, das Leiden ihres Sohnes zu teilen und auf dem Kalvarienberg unter dem Kreuz das »Ja« der Verkündigung zu erneuern. Über die Unbefleckte Empfängnis Marias nachzudenken bedeutet daher, sich anziehen zu lassen von dem »Ja«, das sie auf wunderbare Weise mit der Sendung Christi, des Erlösers der Menschheit, verbunden hat; es bedeutet, sich von ihr an die Hand nehmen und führen zu lassen, um selbst das »fiat« zum Willen Gottes zu sprechen mit der ganzen aus Freude und Traurigkeit, Hoffnungen und Enttäuschungen gewobenen Existenz, im Bewußtsein, daß die Prüfungen, der Schmerz und das Leiden unserem irdischen Pilgerweg reichen Sinn schenken.

2. Man kann Maria nicht betrachten, ohne von Christus angezogen zu sein, und man kann Christus nicht betrachten, ohne sofort die Gegenwart Marias wahrzunehmen. Zwischen der Mutter und dem Sohn, der in ihrem Schoß durch das Wirken des Heiligen Geistes gezeugt wurde, besteht ein unauflösliches Band, und dieses Band nehmen wir auf geheimnisvolle Weise im Sakrament der Eucharistie wahr, wie die Kirchenväter und die Theologen bereits seit den ersten Jahrhunderten herausgestellt haben. »Das aus Maria geborene Fleisch, das vom Heiligen Geist kommt, ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist« sagt der hl. Hilarius von Poitiers, und im Sacramentarium Bergomense aus dem 9. Jahrhundert lesen wir: »Ihr Schoß hat eine Frucht hervorgebracht, ein Brot, das uns erfüllt hat mit der Engelsgabe. Maria hat dem Heil zurückerstattet, was Eva durch ihre Schuld zerstört hatte.« Später sagt der hl. Petrus Damiani: »Den Leib, den die allerseligste Jungfrau hervorgebracht, den sie mit mütterlicher Fürsorge in ihrem Schoß genährt hat, also zweifellos diesen und keinen anderen Leib, empfangen wir jetzt vom heiligen Altar, und wir trinken sein Blut als Sakrament unserer Erlösung. Daran hält der katholische Glaube fest, das lehrt treu die heilige Kirche.« Das Band zwischen der allerseligsten Jungfrau und ihrem Sohn, dem Opferlamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt, weitet sich aus auf die Kirche, den mystischen Leib Christi. Maria – so sagt der Diener Gottes Johannes Paul II. – ist in ihrem ganzen Leben eine »›eucharistische‹ Frau«. Daher ist die Kirche, die auf sie wie auf ihr Urbild blickt, »berufen, sie auch in ihrer Beziehung zu diesem heiligsten Mysterium nachzuahmen« (Enzyklika Ecclesia de Eucharistia, 53). Aus diesem Blickwinkel heraus versteht man noch besser, warum in Lourdes die Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria mit einem starken und ständigen Verweis auf die Eucharistie verbunden ist: mit täglichen Eucharistiefeiern, mit der Anbetung des Allerheiligsten Sakraments und der Krankensegnung, einem der ergreifendsten Augenblicke des Aufenthalts der Pilger an der Grotte von Massabielle.

Die Anwesenheit in Lourdes vieler kranker Pilger und freiwilliger Helfer, die sie begleiten, hilft dabei, über die mütterliche und zärtliche Fürsorge nachzudenken, die die allerseligste Jungfrau dem Schmerz und dem Leiden des Menschen entgegenbringt. Hineingenommen in das Opfer Christi, wird Maria, die »Mater Dolorosa«, die unter dem Kreuz mit ihrem göttlichen Sohn leidet, von der christlichen Gemeinschaft, die um ihre leidenden, von den Spuren des Leidens des Herrn gezeichneten Glieder versammelt ist, als besonders nahe empfunden. Maria leidet mit denen, die Prüfungen durchleben, sie hofft mit ihnen und ist ihr Trost, indem sie ihnen mit ihrem mütterlichen Beistand zur Seite steht. Und drängt uns die geistliche Erfahrung vieler Kranker etwa nicht, immer besser zu verstehen, daß »der göttliche Erlöser die Seele jedes Leidenden auch durch das Herz seiner heiligsten Mutter erreichen will, die von allen als erste und am vollkommensten erlöst worden ist«? (vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Salvifici doloris, 26).

3. Während Lourdes uns über die mütterliche Liebe der Unbefleckten Jungfrau Maria zu ihren kranken und leidenden Kindern nachdenken läßt, wird der bevorstehende Internationale Eucharistische Kongreß eine Gelegenheit sein, den im Altarsakrament gegenwärtigen Jesus Christus anzubeten, uns ihm anzuvertrauen als die Hoffnung, die nicht enttäuscht, ihn anzunehmen als Medizin der Unsterblichkeit, die den Leib und den Geist heilt. Jesus Christus hat die Welt durch sein Leiden, durch seinen Tod und seine Auferstehung erlöst und wollte als »Brot des Lebens« auf unserem irdischen Pilgerweg bei uns bleiben. »Die Eucharistie: Geschenk Gottes für das Leben der Welt« ist das Thema des Eucharistischen Kongresses. Es hebt hervor, daß die Eucharistie das Geschenk ist, das der Vater der Welt macht: seinen eigenen eingeborenen, menschgewordenen und gekreuzigten Sohn. Er ist es, der uns um den eucharistischen Tisch versammelt und der in seinen Jüngern liebevolle Fürsorge weckt für die Leidenden und die Kranken, in denen die christliche Gemeinschaft das Antlitz ihres Herrn erkennt. Wie ich im Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis betont habe, »müssen unsere Gemeinden, wenn sie Eucharistie feiern, sich immer bewußter werden, daß das Opfer Christi für alle ist und die Eucharistie darum jeden Christgläubigen drängt, selbst ›gebrochenes Brot‹ für die anderen zu werden« (Nr. 88). So werden wir ermutigt, uns persönlich dafür einzusetzen, den Geschwistern zu dienen, besonders denen in Not, denn es ist wirklich die Berufung eines jeden Christen, zusammen mit Christus gebrochenes Brot für das Leben der Welt zu sein.

4. Es wird also deutlich, daß die Krankenseelsorge gerade aus der Eucharistie die geistliche Kraft schöpfen muß, die notwendig ist, um dem Menschen tatkräftig beizustehen und ihm zu helfen, den heilbringenden Wert des eigenen Leidens zu verstehen. Wie der Diener Gottes Johannes Paul II. im bereits erwähnten Apostolischen Schreiben Salvifici doloris betonte, sieht die Kirche in den leidenden Brüdern und Schwestern gleichsam vielfältige Träger der übernatürlichen Kraft Christi (vgl. Nr. 27). Auf geheimnisvolle Weise mit Christus vereint, wird der Mensch, der in Liebe und fügsamer Hingabe an den göttlichen Willen leidet, zur lebendigen Opfergabe für das Heil der Welt. Weiter sagte mein geliebter Vorgänger: »Je mehr der Mensch von der Sünde bedroht ist, je drückender die Strukturen der Sünde sind, welche die heutige Welt in sich trägt, umso größer ist die Ausdruckskraft, die das menschliche Leiden besitzt, und um so dringender fühlt die Kirche die Notwendigkeit, sich um des Heiles der Welt willen an die menschlichen Leiden zu wenden« (ebd.). Wenn man also in Québec am Welttag der Kranken das Geheimnis der Eucharistie in einem ideellen geistlichen Parallelismus als Geschenk Gottes für das Leben der Welt betrachtet, dann feiert man nicht nur die tatsächliche Teilhabe des menschlichen Leidens am Heilswerk Gottes, sondern man kann in gewissem Sinne die kostbaren Früchte genießen, die den Glaubenden verheißen sind. So wird der im Glauben angenommene Schmerz zum Tor, um einzutreten in das Geheimnis des erlösenden Leidens Jesu und durch ihn zum Frieden und zur Glückseligkeit seiner Auferstehung zu gelangen.

5. Während ich an alle Kranken und an all jene, die sich auf verschiedene Weise ihrer annehmen, meinen herzlichen Gruß richte, lade ich die Diözesangemeinschaften und Pfarrgemeinden ein, bei der Feier des bevorstehenden Welttages der Kranken das glückliche Zusammentreffen des 150. Jahrestages der Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Lourdes mit dem Internationalen Eucharistischen Kongreß in ganzer Fülle hervorzuheben. Der Welttag der Kranken möge Gelegenheit geben, die Bedeutung der heiligen Messe, der eucharistischen Anbetung und der Verehrung der Eucharistie zu betonen und dafür zu sorgen, daß die Kapellen in den Gesundheitseinrichtungen zum pulsierenden Herzen werden, in dem Jesus sich ohne Unterlaß dem Vater darbringt für das Leben der Menschheit. Auch ist die Spendung der Eucharistie an die Kranken, wenn sie mit Würde und im Geist des Gebets geschieht, ein wahrer Trost für diejenigen, die an irgendeiner Form von Krankheit leiden.

Der bevorstehende Welttag der Kranken möge darüber hinaus ein willkommener Anlaß sein, um auf besondere Weise den mütterlichen Schutz Marias herabzurufen auf diejenigen, die von der Krankheit geprüft sind, sowie auf die Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in der Krankenseelsorge. Ich denke insbesondere an die Priester, die in diesem Bereich tätig sind, an die Ordensmänner und Ordensfrauen, an die freiwilligen Helfer und an alle, die sich mit tatkräftiger Hingabe für den Dienst an Leib und Seele der Kranken und Notleidenden einsetzen. Alle vertraue ich Maria an, der Mutter Gottes und unserer Mutter, der Unbefleckten Empfängnis. Sie möge einem jeden helfen zu bezeugen, daß die einzige gültige Antwort auf den Schmerz und auf das menschliche Leiden Christus ist, der durch seine Auferstehung den Tod überwunden und uns das Leben geschenkt hat, das kein Ende kennt. Mit diesen Empfindungen erteile ich allen von Herzen meinen besonderen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 11. Januar 2008

BENEDICTUS PP. XVI

 

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Bernadette im Hospiz – Internat von Lourdes

Pater Barzen OMI, 4 Februar 2008

Nach der Mühle Boly, ihrem Geburtshaus, lebte Bernadette in Lourdes nirgendwo solange wie im Hospiz - Internat, in dem seit 1834 die Schwestern der Barmherzigkeit von Nevers Kranke pflegten und ein Internat mit einer Schule mit zwei Klassen unterhielten.

Im Januar 1858 äußert Bernadette, die seit einigen Monaten in Bartrès bei ihrer Amme lebt, ihren Eltern gegenüber den Wunsch, zu ihnen nach Lourdes zurückzukehren, um zur Erstkommunion gehen zu können. 

Um ihren Wunsch zu verwirklichen, geht sie zur kostenlosen Schule der Schwestern als externe Schülerin. 

Bernadette, die 14 Jahre alt ist, kann weder lesen noch schreiben, aber sie ist eine fleißige Schülerin. Jedoch kann sie häufig nicht zur Schule gehen. Weil sie das ältestes Kind der Familie ist, muss sie auf die kleineren Geschwister aufpassen, wenn die arbeitslosen Eltern, die mit ihren Kindern im armseligen Cachot leben, eine Gelegenheitsarbeit finden.

 

¦ Bernadette möchte zur Erstkommunion gehen. 

Bernadette möchte Jesu Leben und Verkündigung unbedingt besser kennen lernen und Ihn empfangen, um ihr Leben ganz nach Ihm auszurichten.

Bernadette empfängt zum ersten Mal die heilige Kommunion am 3. Juni 1858.

 

Das heutige „Oratorium“ ist derselbe Raum wie zurzeit von Bernadette. 

Es ist nüchtern. Interessant ist der Altar:

- er steht auf einer festen Grundlage, die nichts und niemand erschüttern kann: sie symbolisiert Christus, Jesus unser Fels!

- die Glasplatte stellt das Wasser dar, das Leben ist und das Wasser der Taufe symbolisiert, die uns zu Kindern Gottes macht.

- die Kreuze erinnern uns daran, wie sehr Jesus uns geliebt hat, sodass er aus Liebe für uns sogar sein Leben hingegeben hat, damit wir mit Ihm ganz Kinder Gottes und untereinander Schwestern und Brüder werden. Das Kreuz in der Mitte enthält eine Reliquie von Bernadette. 

Die Marienstatue war bereits zurzeit von Bernadette im Oratorium.

                       

¦ In diesem Ort des Hospiz – Internates reift langsam Bernadettes Berufung.

Nach den Erscheinungen wird Bernadette mehr und mehr von den vielen Besuchern aufgesucht. Um sie davor abzuschirmen, schlagen der Bürgermeister und Pfarrer Peyramale ihr deshalb vor, im Hospiz – Internat zu leben. So lebt sie dort vom 15. Juli 1858 bis zum 4. Juli 1866. Jede Woche besucht sie ihre Familie, die weiterhin in Lourdes lebt. 

Bernadette kann nun regelmäßig am Unterricht teilnehmen und so lernt sie lesen und schreiben.

Die Schwestern vertrauen ihr auch verschiedene Aufgaben an: Aufpassen auf die jüngeren Schülerinnen, Näharbeiten und die Pflege alter Menschen. Ihre Gesundheit jedoch bleibt angeschlagen. 

Während dieser Jahre denkt Bernadette auch darüber nach, was sie zukünftig in ihrem Leben machen will. Sie bemüht sich zu erkennen, was ihr tiefstes Verlangen ist und wonach ihr ganzes Wesen strebt. Sie möchte dem Ruf Gottes entsprechen. Sie betet, hört, schaut, spricht mit ihren Angehörigen und entdeckt nach und nach, dass es ihr möglich ist, ihrem Verlangen zu folgen:

  “Ich mag die Armen sehr, ich pflege gern die Kranken; ich werde bei den Schwestern von Nevers bleiben”.

Zwei Jahre später, am 4. Juli 1866, bricht Bernadette nach Nevers auf. Sie sagt dort: 

“Ich bin hierher gekommen, um mich zu verstecken”, aber sie wird noch viele Besuche von Neugierigen erhalten. 

 

In Nevers führt Bernadette ein einfaches Leben bei einem geregelten Tagesablauf. Mitten in diesem Alltag, „den Wegen des Glaubens folgend“, entdeckt Bernadette die besondere Liebe Gottes zu allen Menschen und besonders zu den Armen, den Demütigen, den Leidenden… und den Sündern, “die unsere Schwestern und Brüder sind”.

Bernadette zeigt - durch ihr ganzes Leben - dass Gott Liebe ist:

                             “Ich möchte keinen Augenblick leben ohne zu lieben”.

Wort des Rektors

Pater Barzen OMI, 31 Januar 2008

Liebe Pilger,

Ich wünsche mir, dass man die Schönheit, den Reichtum und die Aktualität der Botschaft von Lourdes neu entdeckt. Wenn man regelmäßig in die Marienstadt kommt, läuft man Gefahr, sich an den Ort, an die Gottesdienste und an die Atmosphäre zu gewöhnen. Man kann die Verwunderung verlieren, die man beim ersten Kommen vielleicht hatte. Ich wünsche mir, dass das 150. Jubiläum als Gnade erlebt wird, die Gott uns durch die Hände Mariens schenkt, eine Gnade, die uns in Lourdes im Jahre 2008 erwartet, und die unser Leben in der Kirche und in Bezug auf die Eucharistie und den Nächsten erneuert. Die zwölf Missionen, die von Bischof Jacques Perrier von Tarbes und Lourdes definiert wurden, sind Eingangstüren, um die Jubiläumsgnade zu empfangen. Diese Gnade wird uns unter der Voraussetzung geschenkt, dass wir darum bitten. Ich wünsche mir, dass die Botschaft von Lourdes uns erleuchtet, stärkt, tröstet und erneuert.

Worin besteht der Jubiläumsweg?

Indem wir zu den wichtigen Orten von Bernadettes Leben gehen, zum Taufbecken, zum Cachot, in dem die Familie während der Erscheinungen lebte, zum Hospiz, in dem sie am 3. Juni 1858 zum ersten Mal die so lange ersehnte heilige Kommunion empfing, und zur Grotte der Erscheinungen, lädt die Wallfahrtsstätte alle Pilger ein, die Gnade ihrer Taufe zu erneuern, durch die sie Kinder Gottes und der Kirche wurden mit allen Folgen, die das im gewöhnlichen Leben haben kann, und die Größe und das Glück einer vereinten Familie wieder zu entdecken, in der Liebe herrscht.

Der Jubiläumsweg bietet uns auch die Gnade an, die Bedeutung des Empfangs des Leibes Christi neu zu entdecken, Mitglieder seines Leibes zu sein und von dieser eucharistischen Gnade zu leben. Die Grotte ist der Ort der Begegnung, des Zuhörens und der Aufnahme der Botschaft. Vor der Grotte sind wir eingeladen, die Antwort auf unsere Berufung zu erneuern, die wir gleich welcher Art erhalten haben, und uns nach dem Beispiel von Bernadette zu fragen, wie treu wir auf diesen Ruf antworten.

Die Grotte ist ein Ort des persönlichen und gemeinsamen Gebets. Der Jubiläumsweg ist ein Weg, der zutiefst in der menschlichen und geistlichen Wirklichkeit verwurzelt ist. Er ist ein höchst kirchlicher Weg.

Jeder weiß, dass es besondere Orte gibt, die uns anziehen, wenn wir Erleuchtung benötigen, um unser Leben auszurichten an diesen Orientierungspunkten auf unserem Weg, um weiterhin voranzukommen, um neue Kräfte zu sammeln, um aufzutanken, um uns zu besinnen und um mit neuem Mut zurück zu kehren. Lourdes ist einer dieser besonderen Orte, was jeder erfahren kann.

Was bedeutet “beten”?

Beten heißt zu verstehen, dass es eine andere Welt gibt, mit der wir jederzeit kommunizieren können, eine unsichtbare Welt, die notwendig ist wie die Luft zum Atmen, die auch unsichtbar aber lebensnotwendig ist. Wer nicht betet, droht zu ersticken.

Die Existenz dieser anderen Welt, mit der wir kommunizieren, setzt voraus, dass sie von Wesen bewohnt ist, die auf uns aufpassen, uns schützen und uns lieben. Zuerst ist da zu nennen die heiligste Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist), dann die Jungfrau Maria und die unermessliche Zahl aller Heiligen, die unsere Fürsprecher sind. Beten heißt, in dieses Universum einzutauchen wie in ein Meer, in die Welt der Stille und des Lebens in Fülle.

Nur Menschen beten, Tiere nicht. Der Aussage des Philosophen Descartes “ich denke, also bin ich” müssen wir hinzufügen “ich bete, also bin ich”. Das Gebet ist der höchste Ausdruck unseres Menschseins. Sicherlich betet jeder auf seine Art und Weise je nach seiner Bildung und seiner Kultur, aber das Wesentliche ist, das man betet.

Wie können wir dieses Jubiläumsjahr am besten erleben, ganz gleich wer wir sind und wo wir sind, und ungeachtet unserer Gesundheit, unserer sozialen Stellung und unseres Wohnortes?

Man muss sich der Botschaft der Jungfrau Maria zuwenden und schauen, wie sie uns berührt, uns betrifft und uns anspricht, und versuchen, darauf zu antworten, da es eine Botschaft ist, die für uns bestimmt ist, ganz gleich, ob wir nach Lourdes kommen oder nicht.

Die verschiedenen Kommunikationsmittel, die es heute gibt, erlauben uns, mit diesem segensreichen Ort, der Lourdes ist, wo die Erscheinungen stattgefunden haben, in Verbindung zu sein. Man kann über das Radio in Verbindung sein oder das Fernsehen. Viele Fernsehprogramme werden über die Wallfahrtsstätte Lourdes berichten. Dort, wo man lebt, kann man bei den Marienfesten besonders an Lourdes denken. Man kann auch Bücher über Lourdes lesen.

Père Raymond ZAMBELLI

Rektor der Wallfahrtsstätte Lourdes

Predigt von Kardinal Cordes beim Helfertreffen

Pater Barzen OMI, 11 Dezember 2007

Lourdes, 7.12.07

2 Cor 5, 17-20

Lc 19, 1-10

Versöhnung und Friede sind heute fraglos von allen Menschen guten Willens hochgeschätzt. Die Geißel der Kriege brachte und bringt so viel Leid über Menschen und Völker, dass jeder Zeitgenosse spontan auf die Seite der Friedensbringer tritt. Institute der Friedenforschung werden darum von Staat und Gesellschaft finanziell in beeindruckender Weise ausgerüstet. Die UNO-Missionen in Spannungsgebiete sind von starkem öffentlichen Interesse begleitet. Der Friedensnobelpreis genießt das größte Prestige überall in der Welt. (Weiter…)

Herzlich willkommen zum Jubiläum in Lourdes

Pater Barzen OMI, 6 Dezember 2007

Sechs Millionen Menschen kommen jedes Jahr nach Lourdes. Was sehen sie? Einen Touristenort?
In Frankreich gibt es bessere. Sie kommen, weil Lourdes ein anderer Ort ist:
- ein Ort, wo der Christ frei seinen Glauben bezeugen kann
- ein Ort, wo die Kleinen zuhause sind
- ein Ort, wo kranke und behinderte Menschen bevorzugt werden
- ein Ort des Gebetes, des Dienens und der Brüderlichkeit zwischen den Völkern
- ein Ort, den Kinder und Jugendliche “super” finden
- ein Ort, der jedem zugänglich ist, ungeachtet seiner Einstellung. (Weiter…)